8. INTERNATIONAL LIGHTHOUSE / LIGHTSHIP WEEKEND (ILLW) 20./21.08.2005

ILLW 2005: DL0MFK/LH am Karniner Lotsenturm

Aus dem Logbuch der „SKIPPER“

Das Internationale Leuchtturm-und Feuerschiffwochende 2005

Zwei interessante Hobbys lassen sich hervorragend miteinander kombinieren, das sind die Sportschifffahrt und der Amateurfunk. Meine Frau Ilona ist ebenfalls Funkamateur, mit Rufzeichen DG1ASK, nicht ganz so verrückt wie ich, aber auch aktiv. So können wir aktive Erholung, Familie und unsere Funkaktivitäten harmonisch miteinander verbinden.So ist auch diese Beschreibung eines Törns angelegt.

Funk gehört seit seinem Aufkommen zum Bestandteil der Kommunikation von Schiffen untereinander und von Schiff zu Küstenfunkstellen. Seit 1991 bin ich Funkamateur und habe dann begonnen auf unserem Boot Funkanlagen einzubauen. Zuerst Antennen und Geräte für Ultrakurzwelle, später kamen dann die Antenne für den weltweiten Funkverkehr auf Kurzwelle und das entsprechende Gerät dazu. Mit unserem selbstgebauten Boot „SKIPPER“ sind wir ca. 20 000 sm in 18 Jahren seit seiner Erstwasserung Binnen und Buten gefahren. Unseren gesamten Urlaub verbringen wir in Etappen an Bord. Das Fahrgebiet erstreckt sich dabei auf die Brandenburgischen, Mecklenburgischen und die nahen Küstengewässer der Ostsee. Während der Fahrt oder am Liegeplatz kann man dem Amateurfunk nachgehen, indem man per Morsetelegraphie, Sprechfunk oder digitaler Kommunikation sich mit Funkfreunden aus Nah und Fern unterhält. Als Funkstation an Bord eines Bootes ist man immer begehrt und der Funkpartner möchte dann eine QSL-Karte als Bestätigung der Funkverbindung haben. Jedes Jahr findet am 3. Wochenende im August das „Internationale Leuchtturm – und Feuerschiff-Wochenende“ statt. Eine Initiative eines australischen Funkamateur mit Rufzeichen VK2CE. Es soll an die Zeit erinnern, wo Leuchtturmwärter und Feuerschiffbesatzungen ihre Schiffsmeldungen per Telegraph austauschten. Heute sind fast alle nautischen Seezeichen fernbedient. Für mich eine ideale Gelegenheit einen Törn mit dem Boot zu einem Leuchtturm mit dem Amateurfunk zu verbinden.

Zusammen mit einer Crew von Funkamateuren aus Thüringen, Sachen-Anhalt und Mecklenburg haben wir dieses Jahr das dritte Jahr in Folge an diesem Event teilgenommen. Da ich Mitglied der Marinefunker-Runde bin, arbeiten wir unter einem Rufzeichen DL0MFK/LH dieser Vereinigung. Der Ort, wir sagen als Funker für Standort QTH, war der Leucht-und Lotsenturm in Karnin am Stettiner Haff. Direkt am Leuchtturm ist ein kleiner Sportboothafen zum Anlegen und eine bekannte Gaststätte die „Haffschänke“ von „Vadder Gentz“. Mit dem Auto kann man unkompliziert über Anklam und die Zecheriner Brücke nach Karnin auf Usedom gelangen.

Unsere Anreise zum Leuchtturm-Event erfolgt, wie schon erwähnt, mit dem Boot. Am Dienstag vor dem Event ging es von Hermsdorf/Thür. aus mit dem Trailer zur Insel Töplitz bei Potsdam. Nach dem Slippen des Bootes, Abstellen des Autos in der Marina Ringel, ging es mit Marschfahrt von 6 Knoten

durch die Phöbener Havel, den Sacrow-Paretzer-Kanal, Jungfernsee, Wannsee zur Schleuse Spandau.

Nebenbei auf 40m ein QSO mit Armin, DK5FH, und seiner XYL Helene, DB1HBA in Maintal, sie sahen uns in APRS. An der Schleuse war kein langes Warten, der Schleusengang ging schnell. Dann weiter nach Tegelort zum Nachtanken, denn bis Stettin gibt es keine weitere Wassertankstelle. Nach der Fahrt an Henningsdorf vorbei erreichten wir gegen 21:00 Uhr die Schleuse Lehnitz in Oranienburg.

Über Funk signalisierte der Schleusenwärter, daß wir zusammen mit einem polnischen Binnenschiff gehoben werden können. Nach dem Schleusenvorgang, welcher durch eine Kontrolle des polnischen Schiffes durch die Wasserschutzpolizei lange dauerte, fuhren wir auf dem Oder-Havel-Kanal weiter bis zum Abzweig des Malzer-Kanals. Im Unterwasser der Schleuse Liebenwalde ist eine gute Liegestelle zum Übernachten.


Am nächsten Morgen früh, aufstehen, waschen, Boot seeklar machen, Frühstück und nebenbei auf 80m funken, dabei ein Anruf von DL5ZA, er sieht uns in APRS (automatic position reporting system) – Warum macht ihr noch keine Fahrt, braucht ihr immer so lange beim Frühstück,hi ??? – dann ablegen und weiter in Richtung Schiffshebewerk Niederfinow. Als wir an Zerperschleuse vorbeifuhren, dachten wir gern an die Fahrt zum Event im letzten Jahr zurück, da sind wir den alten Finow-Kanal mit seiner Schleusentreppe gefahren, ein Törn, welchen man empfehlen kann, aber dieses Jahr ist keine Zeit.

Schon kommt das Schiffshebewerk in Sicht,

nach fast zwei Stunden Wartezeit wegen intensiver Berufsschifffahrt, sind die Sportboote dran.

Die Fahrt durch das Oderbruch

ist nach der Kanalfahrt immer wieder eine Wonne für die Augen. Per Funk meldeten wir uns bei der Ostschleuse in Hohensaaten an, der Schleusenwärter, welchen man übrigens nicht sieht, nur seine Kameras, wünschte uns gute Fahrt. Noch eine Viertel Meile zur Oder, dann ging es mit Gleitfahrt von 24 Knoten zu Tal in Richtung Stettin. In Widochowa ist Einklarieren, Bundespolizei und polnische Beamte arbeiten hier zusammen. Schon kurz vor Stettin schalteten wir die Positionslaternen wegen einbrechender Dunkelheit ein. Ab der Autobahnbrücke heißt die Oder(Ostoder) Regalica.

Passiert man die Straßenbrücke zwischen Stettin und Dabie hat man auf der rechten (Steuerbordseite) ein altes Brückenhaus eines Frachters an Land stehen,

dann Ruder steuerbord in den Dabska Struga zum Dabie-See.

Vorbei an einigen Marinas nimmt man Kurs 330 auf den Dabie-See. Hier sollte man wegen der vielen Fischernetze das betonnte Fahrwasser genau einhalten. Das Fahrwasser richtet sich nach ca. 2 Meilen genau nach Nord. Im Nordteil des Dabie-See sind mehrere Verbindungen zur Oder, wir übernachteten zusammen mit einem polnischen Segler an der Landungsbrücke des Richtfeuers Bykowo an der Insel Kacza.


Nebel, Nebel, Nebel am nächsten Morgen, man sieht kaum die Hand vor den eigenen Augen. Wir frühstücken, eine gute Idee, denn wie von Geisterhand ist der Nebel verschwunden und wir können nach einem Schnack in Englisch mit dem polnischen Skipper des Segles ablegen.

Er gab uns noch den Tip, zur Wettersituation auf dem Oderhaff den Hafenmeister (Bosman Portu) in Ziegenort (Trzebiez) zu fragen – das taten wir auch nach dem Tanken im Fischereihafen.

Noch das Ausklarieren, dann bei spiegelglatter See

Kurs auf das Stettiner Haff zur polnischen Fregatte zum Abmelden aus deren Hoheitsgewässern. Langsam kam die alte Hubbrücke in Karnin in Sicht,

so nur noch Anlegen, dann bei „Vadder Gentz“ in der Haffschänke eine Sülze mit Bratkartoffeln, dazu ein Bier. DH8WG, Karl-Heinz, ist schon seit ein paar Tagen in der Gegend, er wohnt im Leuchtturm mit seiner XYL, bis Freitag, da löst ihn Alex, DH1NAX mit Familie ab. Kurzer Kontakt per Funk, wir sind zum Kaffeetrinken eingeladen. Da noch etwas Zeit ist fahren wir in den Usedomer See zum Baden.

Zurück im Sportboothafen am Leuchtturm erwarten uns Karl-Heinz und seine XYL am Steg.

Bei Kuchen Kaffee und Klönschnack im Turm merken wir nicht wie die Zeit vergeht. Wir wollen diese Nacht noch nicht im Hafen verbringen, fahren so zurück zum Usedomer See und suchen einen Liegeplatz zur Nacht am Nordufer. Hinter einem Schilfgürtel finden wir eine Liegestelle mit gutem Ankergrund. Also Bug- und Heckanker ins Wasser, dann Abendessen. Bei einem Glas Rotwein unterhalten wir uns noch über Verschiedenes, wir versuchen nach den arbeitsintensiven Wochen in der Firma abzuschalten, langsam wird es.

Es ist Freitagmorgen um 8:00 Uhr Lokalzeit, Zeit für den jeden morgen stattfindenden Sked (eine zu bestimmter Uhrzeit auf bestimmter Frequenz verabredete Funkverbindung). Wie jeden Morgen seit unserer Abfahrt ist Herrmann, DC7QN, oder seine XYL Marie-Luise DF7PM in Oberndorf an der Oste bei Cuxhaven, sowie Hans DL2HV in Bensheim QRV, wir berichten vom Geschehenen. Torsten, DL4APJ, und Udo,DL2AQI, werden zum Event bei uns an Bord frühstücken, so will Ilona noch Proviant in Usedom einkaufen, wir fahren zum Hafen der kleinen Stadt.

Gegen Mittag ist alles erledigt, wir legen ab in Richtung Leuchtturm. Bei der Fahrt über den Usedomer See höre ich auf 40m die Sonderstation am Leuchtturm auf dem Greifwalder Oie, Hajo ist am Mikrofon, wir kennen uns, ich begrüße ihn. Mit besten Wünschen und viel Spaß beim bevorstehenden Leuchtturm-Event verabschieden wir uns. Schon ist Reinhard, DL5ZA, auf 2m bei seiner Anreise zu hören. Wir legen bei Vadder Gentz an, Alex und Familie sind schon da, Reinhard ein paar Kilometer entfernt. Gegen 17:00 Uhr kommt Torsten, ein Glück – jetzt sind die frischen noch früh in Hermsdorf/Thür. gekauften „Echten Thüringer Bratwürste“ da.
Der Rost, wie wir Thüringer sagen brennt schon.

Da kommen Wolfgang ,DJ1TA, und Jochen, DM4JO, aus Neustrelitz mit ihrem Wohnwagen. Teilweise sind die Antennen schon aufgebaut, gemeinsam wird noch der letzte Rest des Aufbaus erledigt,

angefunkt und nebenbei baut sich schon die abendliche Runde vor dem Zeltshack am Fuß des Leuchtturmes auf.

Nach einem Jahr gibt es viel zu erzählen, auch mit Herrn Lange, er wohnt in einem der alten Lotsenhäuser. Erst nach Mitternacht gehen wir an Bord zur Nacht.


Um 8:00 Uhr ist Frühstück !!!! So hatte es mein Smutje am Vorabend festgelegt, so war es dann auch. Torsten und Udo kamen an Bord. Wir frühstücken gemeinsam, genießen den guten Türkischen Kaffee von Ilona, haben nebenbei läuft die Kurzwelle und der Seefunk Kanal 9 WOLGAST Traffic, der Revierfunk in diesem Seegebiet. Wie nicht anders zu erwarten, als wir nach dem Frühstück zum Turm gingen, um zu beginnen, hatte Alex schon etliche QSO’s im Log, alte Contest-Schule. 😀

Ich setzte mich an meine Station- TS480SAT mit Heil-Mike, nachgeschaltem Röhrenverstärker mit 650 Watt Ausgangsleistung, die Antenne war für 80m und 40m eine J-Antenne. Zwischen PA und TRX wurden Filter für die jeweiligen in Benutzung befindlichen Bänder eingeschleift. So ist ein maximales Maß an Entkopplung gegeben.

Neben mir schlackerte Udo,DL2AQI, als unsere CW-Running-Station seine Punkte und Striche in den Äther,

hinter mir saß Torsten, DL4APJ, an seiner Station, ein TS-450.

Alex war oben im Turm an seinem TS-940, per fernbedienbaren Antennen-Umschalter konnte er die günstigte Antenne zuschalten.

Reinhard,DL5ZA, und Karl-Heinz,DH8WG, waren auf 2m SSB und in digitalen Betriebsarten QRV. Mit IC-706, nachgeschalter PA und der 9 Element Yagi in 22m Höhe drehbar am Turm gelangen QSO’s bis zu den Alpen und Belgien und Frankreich.

Zwischenzeitlich haben Ilona, DG1ASK, sowie Wolgang DJ1TA und Jochen DM4JO auf den lokalen 2m und 70cm Frequenzen DL0MFK/LH vertreten, so kamen viele Stationen auf und um Usedom ins Log und bekommen eine schöne QSL-Karte.

In Pausen, wo keine Kurzwellenstation am und im Turm lief, wurden die Frequenzen ebenfalls von Ilona, Wolfgang und Jochen mit Ihrer G5RV freigehalten. Zwei OM’s, welche auf der Insel zeitgleich ihren Urlaub machten, kamen vorbei und waren begeistert auch mal einige QSO’s unter dem Eventrufzeichen DL0MFK/LH zu fahren. Aus Sachsen war Peter,DL1JPF, und vom OV Nord-Elm kam Heinz-Rüdiger, DF1AG.

Nachmittag, Kaffee, Kuchen und belegte Brötchen von unseren Frauen für das ausgelassene Mittagessen. Von der lokalen Presse auf Usedom hat uns ein Journalist aufgesucht und interviewt. Nach unserem Event war der Artikel in der örtlichen Presse der Insel zu lesen.

nordkurier_22082005

Und was gab es abends, nach dem letzten QSO (Alex war wie immer der letzte, bis zu einem Machtwort von Sandy) ????? -„Thüringer Bratwürste“ und Lübzer Bier, eine ideale Kombination.

Den letzten Tropfen aus jeder Flasche schlürfte der Hund von Langes. Wir stellten fest, daß er trinkfest ist!!


Udo hat in seinem Zelt und Torsten im Auto geschlafen. Ich gehe fix, um Udo zu holen.

Sonntagfrüh, neben dem Frühstück an Bord der SKIPPER mit Torsten und Udo, das Anmelden im Vorlog der Marine-Funker-Runde auf 80m, mit der Kurzwellen-Station des Motorbootes SKIPPER. Dann zu den Stationen am Turm, gleiches Scenario wie am Samstag. Alex oben im Turm, in den Pausen hat Max schon mal probiert,—–

sonst vetreibt er sich schon die Zeit mit Mädchen…  😀

Am frühen Nachmittag wurden wegen der Heimreise der „Nur Wochenendurlauber“ die ersten Stationen abgebaut. Ein gemeinsames Essen in der Haffschänke, die Verabschiedung,

dann hörten wir den aktuellen Seewetterbericht auf Kanal 9 Seefunk von Wolgast-Traffic,es sieht nicht gut aus im Forecast, für die Nacht und die Morgenstunden ist stark auffrischender Wind aus Nord-Ost bis 6 angesagt. Da im Moment noch spiegelglatte See ist, beschließen wir in Richtung Stettin über das Haff zu starten, Sicherheit geht vor. Alex, Wolfgang, Jochen und Reinhard halten noch bis abends die Stellung für DL0MFK/LH.

Wir legen ab

und fahren mit 22-24 Knoten ins offene Wasser,

dann „Hebel auf den Tisch“ und mit AK zum polnischen Kontrollboot auf Position 53°46’35,6″ Nord und 14°17′ 24,1″ Ost,

weiter nach Ziegenort, im Fischereihafen Treibstoff bunkern, bei tollen Wetter den Dabie-See in Richtung Süd. Kurz vor Eingang in den Dabska Struga nochmals Treibstoff bunkern, dann die Oder zu Berg, via Hohensaaten sind wir wieder im Oderbruch, wir ankern kurz vor Oderberg abseits des Fahrwassers. Erlebnissreiche, erholsame und unvergessliche Tage mit einem tollen Team zum Leuchtturm-Event sind hinter uns, und beschließen im Gespräch den Tag.


Früh, eigentlich ausschlafen, gilt heute nur für meine XYL Ilona, ich sitze Punkt 8:00 Uhr an der Kurzwellenfunkstation des Bootes. Vorher kurze Wäsche, den Hauptschalter für die Energieversorgung auf Hauptbatterie schalten,

das GPS und den Transponder an, Abstimmen der Antenne mittels der Fernsteuerung der Matchbox. Auf 80m höre ich die ersten anrufenden Stationen, sie erkundigen sich zum vergangenen Leuchtturm-Event, ich berichte. Nebenbei kommt eine Mail von Torsten, eine Sturmwarnung des Seewetteramtes Hamburg für das Stettiner Haff, Melanie, unsere Tochter, Meteorologin bei mc-wetter, ruft an, seid ihr schon losgefahren, seid ihr noch auf Usedom, wir sagen wo wir sind, Erleichterung. Reinhard, DL5ZA, ruft kurz an, er verfolgt unseren Weg in APRS.

Nach dem Frühstück fahren wir zum Schiffshebewerk,

Heben, dann weiter im Oberwasser den Oder-Havel-Kanal in Richtung Malzer Kanal, dann die Schleuse Liebenwalde, die Schleuse Birkenwerder, den VOSS-Kanal in Richtung Zehdenick. Wir rufen Melanie an, Sehnsucht nach unseren Enkeln, Melanie kommt aus Berlin nach Zehdenick, wir haben gerade zu Berg geschleust. Im Stadthafen können wir Melanie, Willem und Janne begrüßen.

Willem wird den Rest des Urlaubes hier im Süßwasser bei uns an Bord sein. Ich mache mit Melanie noch ein paar kurze Besorgungen, Ilona ist mit Janne beim Boot.

Eine kurze Verabschiedung, wir legen ab in Richtung Kuhwall-See die Havel zu Berg. Es wird dunkel, Willem geht in die Koje zum Schlafen,

gegen 21:00 Uhr ankern wir am Einlauf zum Kuhwall-See. Wir beschließen früh endlich mal auszuschlafen und gehen ebenfalls in die Koje.

Mit Ausschlafen wird nix, Willem ist wach, noch vor meinem Sked.

Also eine Runde im See schwimmen, mit Willem am Ufer waschen im See üben, ein Prozeß mit viel Überzeugungsarbeit. Nach dem Frühstück legen wir ab, zurück zur Havel, dann durch die Schorfheide zum Stolpsee und nach Fürstenberg. Ilona kauft ein, nimmt Willem mit, ich habe dadurch einige Augenblicke für Kontroll- und Wartungsarbeiten am Boot und Motor. Weiter geht die Fahrt durch die Havel-Seen bis zum Ellbogensee, wir ankern an einer Landspitze im Süden des Sees. Die Enten fühlen sich bei uns auch wohl, sie kommen bis auf das Motorbreaket.

Wolfgang, DJ1TA, hatte schon mit Herrmann, DL2NUD, gesprochen, daß wir in der Gegend sind. Nachmittags besuchen wir Herrmann,

vorher gab es für Willem und mich von unserem Smutje Ilona, herrliche Eierkuchen.

Er ist froh Hilfe zu bekommen, seine EME-Antennen-Anlage

hat einen mechanischen Schaden und einen defekten Vorverstärker. Mit Schweißgerät, Lötkolben, Schraubstock und Hammer wurde die Anlage repariert.

Wir testen noch im gelegten Zustand, alles ok, wir richten den Mast auf.

Jetzt ragen die M2-Antennen wieder funktionsfähig in den Himmel.


Die nächsten Tage sind wir in den Rheinsberger Gewässern und auf dem Rückweg besuchen wir unseren Freund George auf seinem Hausboot am Pälitzsee nahe Canow, Grillen und Klönschnack bei Rotwein.

Das Thema des Abends: Ein vergessener Rasierspiegel (alter Hohlspiegel)auf der Terasse des Hausbootes hatte bei intensiven Sonnenschein den Stuhl angebrannt. Nach eindeutiger Rekonstruktion des Vorganges, Betrachten der Entfernung und noch einem Schluck Rotwein, ist uns die Brennweite „f“ des Rasierspiegels eindeutig klar !


Nun ist es Zeit den Weg zurück zu nehmen, so geht es die Havel zu Tal bis Tegelort, dort geht Willem von Bord, wir haben noch Zeit mit Melanie, Matthias zu reden

und Janne freut sich auch auf uns. Schade, es schon gegen 20:00 Uhr, wir müssen aufbrechen, durch die Schleuse Spandau zum Wannsee, es ist dunkel, wir fahren mit eingeschalteten Positionslicht. Der Wannsee ist gut betonnt und mit Richtfeuern versehen, so ist die Navigation bei Nacht einfacher. Am Ostufer des Junfernsee gehen wir vor Anker. In der Entfernung sehen wir die beleuchtete Glienicker Brücke (bekannt vom Austausch von Spionen zur Zeit des Kalten Krieges).


Es ist Sonntag, früh in der Marinefunker-Runde melden zum Rundspruch – ohne Zap – der Rundspruch läuft, wir frühstücken nebenbei. Zurück zu Phöbener Havel,

es ist schon Mittag und ein herrliches Wetter. Die letzten Meilen zur Marina Ringel fallen so schwer, auch mit dem Gedanken, daß ein schöner, unvergeßlicher und erlebnisreicher Urlaub zu Ende geht. Morgen werde ich in der Firma wieder an meinem Schreibtisch sitzen oder im Labor montieren. Per Mail hatte ich schon Kontakt zu meinem Chef und habe, da er in den Urlaub geht, die Neuigkeiten mitgeteilt bekommen und Absprachen getätigt. Aber heute ist noch Urlaub, wir genießen die letzten Stunden und sind froh, daß in der Firma alles in Ordnung ist, beruhigend.

Am späten Nachmittag slippen wir, d.h. das Boot wird auf dem Trailer verladen. Das geschieht so, daß wir mit dem Anhänger,Trailer genannt, ins Wasser an einer passenden Uferstelle fahren und das Boot darüber einschwimmen.

Mittels Seilwinde, welche am Auto befestigt ist, wird das Ganze aus dem Wasser gezogen und nach dem Anhängen an das Fahrzeug sind wir fahrbereit für die Heimreise nach Hermsdorf in Thüringen.

Noch ein Blick auf die Instrumente, 893km stehen für diesen Törn auf dem Sumlog.

Wir waren 12 Tage mit dem Boot unterwegs und haben im Durchschnitt 0,28 Liter Treibstoff auf den Kilometer verbraucht, zur Schmierung des Außenbordmotors (moderner Dreizylinder-Zweitakt-Motor mit Mikroprozessorsteuerung für das Motormanagement) sind je nach Last und Drehzahl maximal 150:1 Mischungsverhältnis von biologisch abbaubaren Öl nötig. Ich ziehe den Startschlüssel heraus, mache GPS und Funkgeräte aus, Hauptschalter raus, Geräteträger legen, Fahrpersenning drauf.

So das war es, das Leuchtturmwochenende 2005 mit Urlaub und Familie, ich bin aber nicht allzu traurig, denn im Kopf kommen schon die Pläne für das nächste Jahr.

73 Rolf

im Amateurfunk mit dem Rufzeichen DL2ARH

im Seefunk DH7479 SKIPPER